Bergische
Miniaturen
-
Kleine Welten im Maßstab 1:12 -
© by Gerhard Blesgen
Gärten im Zyklus der
Jahreszeiten

Wie angenehm ist es doch gerade in der heutigen so schnelllebigen und
aufregenden Zeit, wenn man sich zwischendurch immer wieder
einmal
- wenigstens für eine kurze Zeit - in die Stille und
Schönheit der Natur
zurückziehen kann.
Schon früh erkannten die Menschen, welche Annehmlichkeiten
Grünanlagen
und
Gärten zur Entspannung doch bieten. Der Erholungswert
eines
Parkbesuchs ist gerade heute nicht zu unterschätzen...

Was
liegt da näher, als einmal ein Projekt im Maßstab 1:12
aufzulegen, an dessen Ende ein Parklandschaft im Zyklus der
Jahreszeiten entstanden ist.
Die
Idee zum Beginn dieses Projekts war eigentlich ein
Zufallsprodukt, wie es des öfteren Auslöser
für größere Arbeiten ist ... ein
Kellerfund. Beim Aufräumen fiel mir der Beinschutz eines alten
gusseisernen
Nähmaschinentisches (natürlich im Maßstab
1:1) in die Hände. Die Form dieses
Gussmetallformteiles assoziierte bei mir sofort eine Konzertmuschel in
einer
Parkanlage im Maßstab 1:12. So wurde der erste Teil dieses
Vier-Jahreszeiten-Zyklus
aus der Taufe gehoben und schnell in die Tat umgesetzt.
Später gesellte sich
eine Idee zur anderen und es entstand im Laufe eines Jahres ein Garten,
in dem
alle Jahreszeiten ein zuhause gefunden haben . . . der Garten der
Jahreszeiten.

Das
Frühjahr
Frühling
lässt sein blaues Band . . .
Im
Wechsel der Jahreszeiten warten die Menschen landauf und
landab auf nichts sehnlicher als das Erwachen der Natur nach einem
langen
Winter. Wenn die ersten Halme aus dem Boden sprießen und sich
nach kurzer Zeit
Bäume und Sträucher in üppigster
Blütenpracht entfalten, dann weiß jedermann,
dass der Winter endgültig besiegt ist.

Eine Treppenstufe führt durch einen alten verwitterten Mauerdurchgang hinüber
zum Herbstgarten. Aber dort will zu dieser Jahreszeit noch niemand hin,
schließlich verspricht der Frühling doch den
nahenden Sommer.
Eine
Bank unter einem bald blühenden Apfelbaum lädt zu
einem
kurzen Verweilen während der schon sonnenwarmen Mittagszeit
ein . . .

In
der Mitte des Frühjahrsgartens findet der
Spaziergänger ein
Denkmal, auf dessen schwarzen Granitplatten in
goldener Schrift eine interessante Widmung zu finden ist.

Der Sommer
Im Rosengarten


Wie keine andere Blume symbolisiert die Rose die Zeit des Sommers.
Als
unbestrittene Königin aller Blüten ist sie im Sommer
in Parks und Gärten schon
seit jeher dominierendes Element. Wer wäre nicht fasziniert
von dem Zauber
alter englischer Rosen in einem Park, die so sehr an die vergangenen
Zeiten auf
alten englis
chen Adelssitzen mit
ihren
prachtvollen Schlössern und Herrenhäusern erinnern.
Hat nicht jeder Gast in
einem solchen Park sofort den Wunsch, zwischen den
Rosenstöcken zu spazieren,
ihren betörenden Duft zu atmen und den Klängen einer
kleinen Kapelle zu
lauschen?
Im Park sind überall Laternen
aufgestellt, die den Spaziergänger
auch in der Abenddämmerung noch zu einem kleinen Bummel durch
die Natur locken.
Der Herbst
Herbstimpressionen
Es
wird Herbst im Garten der Jahreszeiten, doch bevor die
ersten Blätter fallen, zeigt sich der Park noch einmal von
seiner vielleicht
schönsten, sicher aber farbenprächtigsten Seite. Die
letzten Blumen blühen und
die Bäume zeigen bereits das erste herbstlich buntes Laub.

In einer Ecke des Parks, windgeschützt hinter einer
Hecke,
sitzt schon der erste Maronenverkäufer und bietet seine Ware
feil, kaum dass
die reifen Früchte von den Bäumen gefallen sind. Ihn
wird man sicher auch im
Winter noch hier treffen. Die Kinder bekommen mit der ersten
Maronentüte schon
einen Vorgeschmack auf den nahenden Winter und den ersten Schnee. Oder
träumt
das kleine Mädchen, gerade den Schal gegen das langsam
ungemütlicher werdende
Wetter umgelegt, bereits wieder von den ersten Blüten des
Frühjahres?
Im Herbstgarten blühen noch Stockrosen und Sonnenhut. An der
Rückseite des viktorianischen Gebäudes wuchert
Islandmoos. Die letzten Rittersporne
verabschieden den Sommer. Der Herbst wir von Fetthenne , Herbstzeitlose
und
Astern begrüßt.
Übriggeblieben aus viktorianischer Zeit scheint die schon
etwas in die Jahre gekommene "öffentliche
Bedürfnisanstalt".
Was noch vor 50 Jahren von der Bevölkerung als vollkommen
normal
betrachtet wurde, scheint
uns heute schon fast ein exotisch anmutendes
Relikt aus grauer Vorzeit. Das Gebäude
besteht aus 3 Achsen, an deren Seiten jeweils Erker mit den
Zugängen angelegt
sind. Die Außenwände sind mit Paneelen
bestückt und mit
Kupferornamenten verziert. Der Boden im Innern des Gebäudes
ist
gekachelt. Die
Urinale sind mit Holzvertäfelungen eingefasst. Mit der
vorhandenen
zentralen
Wasserspülung werden alle Flüssigkeiten durch eine
Rinne vor
den Urinalbecken
abgeleitet. Dieses Kleinod alter viktorianischer Baukunst hat sich
hier,
versteckt im Park, bis in die heutige Zeit gerettet.
Ein mächtiger Ahornbaum spannt seine Äste
über den Garten.
Eine kleine Buche sowie ihre Verwandte, eine rotblättrige
Trauerbuche bilden den weiteren Baumbestand.
Daneben finden sich Kugelahorn und Skimmien, sowie ein roter Ahorn und
einige
Malvensträucher. Natürlich fehlen auch nicht Ilex und
Rhododendren, jetzt vor
dem Winter noch in der Knospe, die im Früjahr dann zu voller
Pracht erblühen
werden.
Der Winter
Im Palmengarten
Der
Palmengarten symbolisiert den Winter im Zyklus der vier
Jahreszeiten. Auch wenn in den gemäßigten Breiten
unserer Vegetationszone in
Deutschland Palmen in der freien Natur ohne Winterquartier eher selten
sind,
zeige ich hier, wie der Park im Wechsel der Jahreszeiten für
den Betrachter
immer neue Blickwinkel eröffnet. Ob nun eingebettet in die
Landschaft oder
gegen Wind und Wetter geschützt im Palmenhaus eines
botanischen Gartens hat
jede Jahreszeit ihre besonderen Reize mit für den Beobachter
auch immer neuen,
oft noch nicht erkannten Aspekte.
Durch das große Tor betritt der Besucher den Park und findet
sich sofort
inmitten tropischer und Subtropischer Vegetation wieder.
Dem Auge
des Betrachters erschließt sich ein Garten angefüllt
mit den verschiedensten
Palmen und exotischen Pflanzen. Es mutet an, wie eine Flucht vor dem
Winter bei
einem Spaziergang in einem südländischen Park. Im
Palmenhaus finden sich dann
die Pflanzen, die viele von uns gerade im Winter gerne um sich h
aben,
weil sie
Wärme und Sonne versprechen. Nicht nur der Spaniel im Eingang
des Palmenhauses
erspürt hier instinktiv auch die Natur im Winter von der
Sonnenseite...
Lassen Sie sich also ebenfalls einfangen von der
bezaubernden Atmosphäre eines südländischen
Palmengartens, wenn in unseren
Breiten Eis und Schnee die Landschaften verzaubern.
