Bergische Miniaturen
- Kleine Welten im Maßstab 1:12 -
© by Gerhard Blesgen

Eine kleine Szene mit Blumen und Accessoirs im Maßstab 1:12
(mit kleiner Bau- und Material- beschreibung)
Gärtnerei Wuebl & Partner
Um die Fülle von Pflanzen
und Blumen, die im Laufe der Zeit entstanden sind auch
angemessen zu präsentieren, hat mir meine Frau, die das Miniaturenhobby mit mir
teilt, eines Tages vorgeschlagen, eine kleine Gärtnerei mit einem Verkaufsgeschäft zu
gestalten. Die Idee nahm dann schnell Gestalt an, als uns ein kleiner
Puppenhausbausatz bei der Firma Weltbild
in die Hände fiel. Eigentlich werden
in diesem Versandhaus Bücher verkauft,
aber mitunter lassen sich dort auch mal die einen oder anderen artfremden
Materialien ergattern. Sofort war klar, mit einigen Veränderungen am Gebäude
war es durchaus möglich, aus diesem eher sehr einfachen Puppenhäuschen den
Gärtnereifachbetrieb „Wuebl & Partner“ aus der Taufe zu heben.
Das Gebäude hat eine Grundfläche von 47 X 29 cm und
eine Firsthöhe von etwa 40 cm. Alle im Volksmund als „süßlich“ bezeichneten
Bauteile und Verzierungen wurden entfernt, um dem Haus das Flair des
Knusperhäuschens zu nehmen. Rundbögen wurden zum Teil erhalten und Fenster
vergrößert, zusätzliche Türen eingebaut und eine Außentreppe geschaffen.

Das Grundstück hat zwar im Maßstab 1:12 lediglich
eine Größe von 80 X 60 cm (L X B), aber das hat auch den Reiz, dass alles etwas
zusammenrücken muss.
Das Gebäude
Eigentlich ist das Haus für
ein Verkaufsgebäude im Maßstab 1:12 etwas zu klein. Da aber im Vordergrund die
Blumen und Pflanzen „en miniature“ stehen, habe ich diese kleine Ungenauigkeit
zugunsten eines Flächengewinns für den gärtnerischen Verkaufsbereich g
erne hingenommen.
Die Außenfassade
Aus den Fenstern und Türen
wurden Längs- und Querstreben entfernt, an beiden Seiten 2 kleine
Rundbogenfenster zu jeweils einem großen Fenster erweitert und auf einer
Giebelwand im Obergeschoss statt eines Fensters eine Tür eingesetzt. Die
Fenster des Hauses sind mit Bleiverglasungen gefasst.
Der am Gebäude vorhandene Laubengang
wurde erhalten und soll nach der Fertigstellung als Zugang zum Laden und
zusätzliche Ausstellungsfläche z. B. für Keramikartikel genutzt werden. Die
ursprünglich zum Bespielen offene Seite des Puppenhauses habe ich mit einer (herausnehmbaren)
Acrylglasscheibe verschlossen.

Das Gebäude wurde
verschiefert; lediglich im Laubengang und an der Ostseite hat es im Erdgeschoss
eine Verklinkerung erhalten. Die Schiefer habe ich aus Furnierstreifen
geschnitten und der „bergischen Deckung“, einer im Bergischen Land im
vorletzten Jahrhundert häufig genutzten Deckungsart nachempfunden. Die
einzelnen Schiefer bestehen aus Furnierstückchen in der Größe 30 x 15 mm und
sind einseitig abgerundet. Die Deckung erfolgte hälftig, d. h. jeder Schiefer
überdeckt mit 15 mm die darunter liegende Platte. Die Furnierteile wurden nach
dem Verleimen mit Fassadenfarbe gemalert.
Für die Klinkersteine habe
ich Formen benutzt, die ich mit Keramin, einer Gießmasse auf Gipsbasis,
ausgegossen habe.
Die Fugen zwischen den Klinkersteinen sind mit Fugengrau
verfugt worden. Gebäudefriese und Mauervorsprünge sind in der Regel aus
handelüblichen Leisten aus dem Baumarkt oder Holzhandel gefertigt und passend
eingefärbt.
Für den
Fußboden des Laubenganges und den Geschäftseingang wurden ebenfalls aus Keramin
gegossene „Steinplatten“ verwendet.

Das Erdgeschoss
Der Fußboden im Ladenlokal
der Gärtnerei besteht aus Ziegelsteinen, die aus Gips in einer Form gegossen,
in einem Muster verlegt und später passend farblich gestaltet wurden.
Das Balkenwerk im
Verkaufsbereich verdeutlicht, dass dieser kleine Gartenmarkt in einem alten
Fachwerkhaus entstanden ist. Die Fassade wurde, wie heute so oft üblich, über
die Jahre immer wieder den neuzeitlichen Baustielen angepasst und – aus
denkmalschützerischer Sicht nicht unbedingt vorteilhaft – verändert.
Die Innenwände
sind mit einem recht groben, weißen Strukturputz versehen worden
(Rauhfaser),
um das Ladenlokal zwar in einer hellen und frischen Atmosphäre zu
präsentieren,
aber nicht durch zu aufwändige Wand- und Deckengestaltung die
Wirkung der im Laden ausgestellten Blumen, Pflanzen und Accessoirs zu
stark zu dämpfen.


Der Außenbereich
Die Bodenplatte
(=Grundfläche) des Gärtnereibetriebes besteht aus einer Spanplatte, die ich zur
Gestaltung des Gartengeländes mit Styroporstücken in verschiedenen Stärken und
Größen mit speziellem Kleber verklebt habe. Die Treppe zum Eingang des Gartengeländes
wurde ebenfalls aus Gipsbrei gegossen, die Außenmauer besteht aus (Gips-)
Ziegelsteinen.
Die Gartenwege im
Außenbereich werden mit Kugellampen beleuchtet.

Im
Garten
Die Gärtnerei betritt der Kunde, nachdem er an dem
schon etwas maroden Zaun entlang geschlendert ist, durch einen alten
Toreingang, an dem das Tor schon lange entfernt wurde. Auf dem breiten Kiesweg
zum Ladengeschäft findet der Käufer zur Linken Verkaufsauslagen mit allen möglichen
Arten und Sorten von Sträuchern, Stauden und Blumen. Darunter findet man z. B.
Alpenrosen, Eibisch und Kamelien genauso wie Chrysanthemen, Sonnenhut oder
Löwenmäulchen. Zur Rechten sind die Königinnen des Gartens in allerlei Arten
und Sorten platziert. Auf dem Weg zur Außentreppe, die den Zugang in das obere
Stockwerk der Gärtnerei ermöglicht, führt der Weg vorbei an weiteren
Kübelpflanzen, Stauden und Sträuchern zu einer kleinen Teichanlage. Kurzum, der
Kunde findet im Außengarten eine Vielzahl von Blumen und Gewächsen. Neben
wunderschönen Kamelien und Rosen finden sich auch Dahlien, Enzian und Hibiskus.
Auch einige Formgehölze fehlen nicht.
Die Kompostecke, die
jeder Gartenbaubetrieb dringend benötigt, wird vor den Augen der Kunden
geschützt durch einen mit Efeu und weiteren Rankgewächsen bedeckten Lamellenzaun.





