Auf der holländischen Insel AMELAND finden Sie
dieses alte
Kommandeurshaus, das im Jahr 1682 als Kapitänswohnung erbaut
worden ist.
Kommandeurshaus (Originalfoto aus dem Jahr 2006)
Zu dieser Zeit waren die Friesischen Inseln bekannt
für die von dort stammenden verwegenen Seeleute, die
"Walfänger". Von Ameland aus starteten sie ihre langen und
gefährlichen Streifzüge über die Meere,
wahrscheinlich
nicht selten in die bis weit ins 19 Jahrhundert hinein noch wenig
erforschten nördlichen Polarregionen. Viele der
ortsansässigen Kapitäne bauten sich in diesen Jahren
ihre
Wohnungen auf der Insel, nachdem sie mit dem Walfang
zu Ansehen und Wohlstand gekommen waren. Davon zeugen noch heute einige
Grundstückszäune, die aus Walfischknochen gebaut sind.
Durch die Lage der Insel dicht am Golfstrom herrscht auf Ameland ein
sehr mildes Klima. Und so wundert es nicht, dass auf dem Eiland, das von
den Zerstörungen der Weltkriege weitgehend verschont wurde,
viele
der alten Häuser mit den ehemaligen Kommandeurswohnungen noch
bis
heute fast im Originalzustand erhalten sind.
Inzwischen sind fast alle dieser alten Häuschen
umgebaut und
neuzeitlichem Wohnkomfort angepasst worden. Dennoch ist es den
Inselbewohnern gelungen, den ursprünglichen Charakter der
Häuser zu erhalten. Die hübschen Ziegelbauten ziehen
die
Blicke des Spaziergängers magisch an und so war es nicht
verwunderlich, dass ich nach einigen Ferienaufenthalten auf
der
Insel mit dem Nachbau eines Kommandeurshauses im Maßstab 1:12
begonnen habe.
Dabei hat mir meine Bauleiterin Lara
wie immer mit moralischer Unterstützung
zur Seite gestanden.
Die "Modernisierung" meiner Kommandeurswohnung ist jetzt abgeschlossen.
Aus dem Haus ist eine hübsche Ferienwohnung geworden, die sich
mit
einem üppig blühenden Frühlings- bzw.
Frühsommergarten schmückt.
Wie
auf den Friesischen Inseln üblich, weht vor dem Haus die
Flagge
mit den "drie Balken", dem Wappen der Insel Ameland im Wind. Die Sträucher am
Gartenzaun zeigen sich in all ihrer üppigen
Blütenpracht.
Im Garten wurde von den Feriengästen, die zur Zeit das
Häuschen bewohnen, bereits das "Grillvergnügen"
für den
Spätnachmittag vorbereitet. Der Schwenkgrill
für den
frisch gefangenen Fisch steht schon bereit. Zu dieser Jahreszeit muss
man gerade auf den Inseln das sonnige Wetter nutzen . . .
In dem überdimensionalen Holzpantoffel im Vorgarten
blühen in
zarten Pastelltönen die letzten Stiefmütterchen des
ausklingenden Frühjahrs.
Auf dem hinteren Hof hat sich im Windschatten des Hauses trotz der
frühen Jahreszeit bereits die schwarzäugige Susanne,
eine
unermüdliche Kletterpflanze, im Kübel prachtvoll
entwickelt.
An der Hauswand, direkt neben der alten zweigeteilten früheren
Stalltür hängt ein holländischer
"Holzblotschen", in dem
sich die Petunienblüten der Sonne entgegenstrecken. Die alte
Bank
ist bereits mit einem frischen Anstrich versehen und lädt zum
Verweilen ein. Und für die bald erwarteten lauen Sommerabende
haben die Bewohner schon die alte Schiffslaterne hervorgeholt.
Im Innern des Hauses, das heute als Feriendomizil genutzt wird, treffen
wir bei der Einrichtung sowohl auf alte friesische Traditionen als auch
auf modernen Wohnkomfort.
Wenn Sie durch die alte, im typischen Hollandgrün
gestrichene Haustür, das alte Kommandeurshaus betreten,
fühlen Sie sich zunächst um viele, viele Jahre
zurückversetzt in die sogenannte "gute alte Zeit" nach der
Jahrhundertwende um 1900. Eine antike Wanduhr schlägt die
Stunde
und ein alter Schaukelstuhl lädt ein, um bei einem guten Buch
ein
Stündchen zu verweilen. Der Kleiderständer im
viktorianischen
Stil ist noch immer im Dienst.
Im alten Parkettboden finden Sie das Wappen der Insel mit den 3 Balken
eingearbeitet. Um dieses Wappen rankt sich eine kleine Geschichte, die
auf der Insel erzählt wird:
"Die
Amelander Schalken, stahlen
drei Balken, des
Abends im Mondenschein, darum
soll dies euer Wappen sein".
Eine Tür führt von der Diele ins Nebenzimmer, die
"gute
Stube" des Hauses. Dort wird im Winter auch heute noch der alte Kamin
angeheizt. Im Lehnsessel hinten in der Ecke kann man dann,
wenn
draußen Wind und Wetter in ihrem Element sind,
gemütlich Tee
trinken und in einer alten Puppenhauszeitschrift blättern, die
es
in diesem Hause überall gibt.
Die
Küche im alten Kommandeurshaus ist im direkt an das Haus
angebauten Nebengebäude untergebracht und modern eingerichtet.
Hier gibt es eine Einbauküche mit Ceranfeld, Mikrowelle und
dem
für einen angenehmen Ferienaufenthalt sonst noch
nötigen
Inventar. Die Einkäufe aus dem Dorf stehen schon bereit und
müssen nur noch in die Schränke geräumt
werden.
So ist auf jeden Fall sichergestellt, dass im Urlaub nur die unbedingt
notwendige Zeit in der Küche verbracht werden muss. Auch der
Kaffeebereiter für den Morgenkaffee der Feriengäste
fehlt
nicht.
Um die Ecke herum führt der Weg durch einen kleinen
Abstellraum,
in dem die Bewohner allerlei Utensilien für den Strand und die
Freizeit untergebracht haben hinaus in den Garten.
Über die alte Treppe im Entrée des Hauses gelangt
der
Besucher in die obere Etage. Dort haben die Eigentümer
ein Schlafzimmer im afrikanischen Stil eingerichtet. So
erhält ein uraltes friesisches Kommandeurshaus am
Ende doch noch einen Hauch von Exotik.
Der kleine Hund der Feriengäste, der heute ausnahmsweise
nicht mit zum Strand gehen durfte, fühlt sich offensichtlich
"pudelwohl" auf dem Bett seiner "Dosenöffner".
In dem Badezimmer, der typischen Badkamer, findet man dann aber wieder
zurück in das Leben auf einer holländischen Insel.
Und so
soll es ja schließlich auch sein . . .